Ein neutraler, quellenbasierter Leitfaden zu Retatrutid, dem experimentellen Peptid, das gleichzeitig drei Hormonrezeptoren aktiviert – geschrieben für Studierende, Forschende und alle, die die Adipositas- und Diabetesforschung verfolgen.
Retatrutid ist ein einzelnes synthetisches Peptid, das drei verschiedene Hormonrezeptoren aktivieren soll: die Rezeptoren für GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid), GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) und Glukagon. Frühere Wirkstoffe dieser Familie wirken an einem Rezeptor (etwa Semaglutid) oder an zwei (etwa Tirzepatid). Retatrutid ist der erste Wirkstoff, der mit allen dreien die späte Studienphase erreicht.
Das Interesse wuchs rasch, nachdem eine 2023 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Phase-2-Studie in der höchsten Dosisgruppe eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von etwa 24 % nach 48 Wochen berichtete. Inzwischen laufen Phase-3-Studien zu Adipositas, Typ-2-Diabetes, Schlafapnoe, Kniearthrose, Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Diese Website zeigt, was diese Studien tatsächlich gemessen haben, welche Fragen noch offen sind und wie Retatrutid rechtlich einzuordnen ist. Jede Zahl, die wir nennen, stammt aus einer veröffentlichten Arbeit oder einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens, und jede Seite gibt an, aus welcher.
Alle Inhalte auf Retatrutide.sbs dienen der allgemeinen Information. Wir geben keinen medizinischen Rat und legen niemandem nahe, Retatrutid zu beschaffen oder anzuwenden. Außerhalb registrierter klinischer Studien ist Retatrutid eine nicht zugelassene Substanz, deren Langzeitsicherheit noch unbekannt ist.
| Forschungscode | LY3437943 |
| Substanzklasse | Synthetisches, lipidiertes Peptid aus 39 Aminosäuren |
| Zielstrukturen | GIP-Rezeptor, GLP-1-Rezeptor und Glukagonrezeptor |
| Entwickler | Eli Lilly and Company (Indianapolis, USA) |
| Halbwertszeit in Studien | Etwa 6 Tage, was in Studien wöchentliche Injektionen ermöglichte |
| Entwicklungsstand | Phase 3 (Programme TRIUMPH und TRANSCEND) |
| Zulassungsstatus | Nirgendwo zugelassen; Lilly will die Zulassung nach eigenen Angaben 2027 beantragen |